HTTP/2: Der Performance-Boost für SAP Analytics Cloud Dashboards
Bei langsamen Ladezeiten in SAP Analytics Cloud (SAC) liegt der Fokus meist auf Datenmodellen, Abfragen oder Story-Design. Ein oft unterschätzter Aspekt ist jedoch die Netzwerkschicht – insbesondere das verwendete HTTP-Protokoll.
HTTP/2: Mehr als nur ein technisches Detail
HTTP/2 ist die moderne Weiterentwicklung von HTTP/1.1 und wurde entwickelt, um typische Performance-Engpässe von Webanwendungen zu beheben. Zu den zentralen Verbesserungen zählen:
- Multiplexing: Mehrere Requests über eine einzige Verbindung
- Header-Komprimierung: Weniger Overhead pro Anfrage
- Priorisierung von Ressourcen: Wichtige Inhalte werden bevorzugt geladen
SAP beschreibt diese Vorteile explizit in der offiziellen Dokumentation zu HTTP/2-Support in der ABAP-Plattform und im SAP Web Dispatcher. Ziel ist es, die Netzwerklatenz zu reduzieren und Web-UIs effizienter auszuliefern.
Auch aus SAC-Sicht ist das Thema relevant: SAP Hinweis 3056467 weist darauf hin, dass Performance-Probleme beim Öffnen oder Ausführen von Stories auftreten können, wenn der Netzwerkpfad HTTP/2 auf HTTP/1.1 herunterstuft – etwa durch Proxies, Firewalls oder SSL-Inspection-Geräte.
Selbst wenn Browser und SAP-Cloud-Services HTTP/2 unterstützen, kann eine zwischengeschaltete Infrastruktur diesen Vorteil vollständig zunichtemachen.
Bedeutung für SAP Analytics Cloud
SAC-Stories laden beim Öffnen:
- UI-Komponenten und Skripte,
- Metadaten zu Modellen,
- mehrere parallele Datenabfragen.
Mit HTTP/1.1 konkurrieren diese Requests um begrenzte Verbindungen. HTTP/2 kann sie effizient bündeln – was sich direkt in schnellerem Seitenaufbau und besser wahrgenommener Performance niederschlägt.
Was Sie konkret prüfen sollten
- HTTP-Protokoll im Browser prüfen
In den Developer Tools oder HAR-Dateien sollte für SAC-Requests „h2“ angezeigt werden.
In Chrome mit F12 die Dev-Tools aktivieren und für den Header die Protokolle aktivieren.

Check GetResponse ob Protokoll auf h2 und nicht http/1.1

- Proxies und Firewalls analysieren
Viele Unternehmenskomponenten erlauben HTTP/2 nicht standardmäßig oder deaktivieren es unbemerkt. - TLS-Konfiguration sicherstellen
HTTP/2 setzt moderne TLS-Versionen und Cipher Suites voraus. - SAC Performance Tools nutzen
Die Performance-Analyse in SAC hilft, Netzwerk-, Frontend- und Backend-Anteile sauber zu trennen.
Fazit
HTTP/2 ist kein Allheilmittel – aber ein vergleichsweise einfacher Hebel mit spürbarer Wirkung. In Kombination mit sauber modellierten Daten, optimierten Stories und stabiler Backend-Performance trägt eine durchgängige HTTP/2-Verbindung wesentlich zu einer besseren User Experience in SAP Analytics Cloud bei.
Besonders in der Live-Connection kann dies einiges bewirken – hier lohnt sich auch ein Blick auf die SAP Help Seite https://help.sap.com/docs/SAP_NETWEAVER_AS_ABAP_751_IP/683d6a1797a34730a6e005d1e8de6f22/c7b46000a76445f489e86f4c5814c7e8.html?version=7.51.1&locale=en-US .
Gerade weil dieser Faktor oft außerhalb der SAC-Applikation liegt, lohnt sich ein kurzer Check.